Führungen im Februar -Das Programm im LWL-Museum in der Kaiserpfalz

Paderborn (lwl). Ein breites Themenspektrum erwartet die Besucher im Februar im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn. Auf dem Programm stehen Führungen für alle Altersgruppen rund um das Mittelalter- zu den kirchlichen wie weltlichen Machtverhältnissen, zur Ess- und Tischkultur und zu den Paderborner Pfalzen. Ein archäologischer Stadtrundgang rundet das Angebot ab.

Mit der Führung für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren „Zwischen Reich und Kirche“ startet das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am ersten Sonntag (2.2) in den Februar. Hier erfahren Erwachsene und Jugendliche mehr über die Rolle Paderborns als kaiserliche Residenzstadt. Bischof Meinwerk gilt als einer der großen Reichsbischöfe im Hochmittelalter. Kaum ein anderer verstand es wie er, kirchliche und weltliche Macht zu verbinden. Ein Rundgang durch die spätottonische Pfalz und die Bartholomäuskapelle veranschaulicht Meinwerks Leben und Wirken. Die Architektur dieser Gebäude, aber auch Funde aus der Zeit geben Einblick in die Rolle Paderborns als Pfalzort und zeugen von einem Aufschwung in Kunst und Bildung.

Am Mittwoch (5.2.) kann sich, wer den Feierabend oder Schulschluss an der frischen Luft verbringen möchte, um 17 Uhr dem Archäologischen Stadtrundgang anschließen. Von der Museumskasse aus werden aktuelle und vergangene Ausgrabungen im Innenstadtbereich – zum Teil auch auf unwegsamen Pfaden – besucht. Seit 1994 erforschen Stadtarchäologinnen schon die Hinterlassenschaften der Menschen vergangener Zeiten und bringen bis heute immer wieder neue Dinge ans Licht. Die archäologischen Stätten wechseln daher regelmäßig und sind an tagesaktuellen Grabungen orientiert.

„Weg mit dem faden Brei“ heißt die Führung für Familien mit Kindern ab acht Jahren, die am Sonntag (9.2.) um 15 Uhr stattfindet. Der Blick in einen modernen Gewürzschrank offenbart Kostbarkeiten, von denen der einfache Bürger im Mittelalter nur träumen konnte. Selbst Kaiser Karl der Große hatte genug vom zeitgenössischen Einheitsbrei und verlangte deshalb von seinen Köchen: „Weg mit dem faden Brei und der zu Klumpen gekochten Milch; jetzt sollen gewürzte Speisen aufgetragen werden“. Statt Getreidebrei und Gemüseeintopf gönnte Karl sich und seinen Gästen exotische Gewürze und Speisen – ein Luxus, den die Museumsbesucher in der Führung ganz genau nachvollziehen können.

Die Teilnehmerinnen lernen dabei nicht nur die Hintergründe solcher festlichen Empfänge kennen, sie können auch an einigen damals sehr wertvollen Gewürzen schnuppern und anhand originaler Fundstücke und moderner Kopien die Vielfalt mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Tafelgeschirrs entdecken. Neben exotischen Sinneseindrücken darf auch die Etikette nicht zu kurz kommen: Schriftlich überlieferte Tischsitten bieten Interessantes und Amüsantes – und lassen manche Parallele zur heutigen Tischkultur erkennen.

Am darauffolgenden Sonntag (16.2.) lädt das Museum in der Kaiserpfalz zur Führung durch die „Paderborner Königspfalzen“ ein. Ab 15 Uhr tauchen Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren für eine Stunde in die Geschichte des historischen Ortes im Herzen Paderborns ein.
Könige und Kaiser hielten sich im Mittelalter gerne in Paderborn auf. Zwei königliche Palastanlagen – Pfalzen genannt – wurden hier bei Ausgrabungen entdeckt. Im Mittelpunkt des Rundgangs steht die Palastanlage Heinrichs II. aus dem 11. Jahrhundert.

Als Mauerreste der Pfalz bei Ausgrabungen freigelegt wurden, waren sie so gut erhalten, dass ein Wiederaufbau auf der historischen Bausubstanz möglich war. Heute beherbergt sie das Museum. Diese Pfalz des 11. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt des Rundgangs. Im Vergleich mit der karolingischen Anlage werden Wandel und Kontinuität im Wohnen und Repräsentieren der Könige im Mittelalter deutlich.

Am Sonntag (23.2.) begeben sich die Teilnehmenden der Führung „Europa zu Gast im Palast“ für Familien und Kinder ab acht Jahren auf europäische Spurensuche in die Paderborner „Karlsburg“. Als eine von zahlreichen Stützpunkten Karls des Großen spielten sich hier seit dem 8. Jahrhundert nicht nur westfälische, sondern auch welthistorische Ereignisse ab, wenn Gesandte, Bischöfe und sogar der Papst zu Gast waren. Wie prägten diese Ereignisse und der Kontakt in alle Winkel Europas das Alltagsleben der Menschen damals wie heute?

Am ersten Sonntag im März (1.3.) steht um 15 Uhr die Pfalz Karls des Großen im Mittelpunkt. Ein Rundgang durch die Ausstellung und die karolingische Pfalz lässt die frühmittelalterliche Geschichte dieses Ortes wieder lebendig werden. Im Mittelalter reisten die Könige von Ort zu Ort, um das Reich zu verwalten, Recht zu sprechen oder sich mit Beratern und Gesandten zu treffen. Ein Netz von Stützpunkten – die Pfalzen – diente dem Herrscher und seinem Gefolge als zeitweilige Unterkunft. Unter ihnen nahm Paderborn als die Burg Karls des Großen im neu eroberten sächsischen Gebiet eine besondere Stellung ein.

Wegen der Vorbereitungen zur Sonderausstellung „Leben am Toten Meer – Archäologie im Heiligen Land“, die vom 8. Mai bis 11. Oktober im LWL-Museum in der Kaiserpfalz zu sehen ist, bleibt das Museum vom 2. März bis 8. Mai geschlossen.

Termine im Überblick

Sonntag, 2. Februar 2020
15 Uhr: Zwischen Reich und Kirche
Führung für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Mittwoch, 5. Februar 2020
17 Uhr: Archäologie am Abend
Rundgang mit Besichtigung aktueller Grabungen

Sonntag, 9. Februar 2020
15 Uhr: „Weg mit dem faden Brei “
Führung für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren

Sonntag, 16. Februar 2020
15 Uhr: Die Paderborner Königspfalzen
Führung für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Sonntag, 23. Februar 2020
15 Uhr: Europa zu Gast im Palast
Führung für Erwachsenen und Kinder ab 8 Jahren

Sonntag, 1. März 2020
15 Uhr: Die Pfalz Karls des Großen
Führung für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Zahlreiche Führungen rund um die Paderborner Königspfalz stehen im Februar auf dem Programm des gleichnamigen LWL-Museums.
Foto: LWL/ W. Noltenhans