„Bad Driburg im Blick“, das Online Nachrichtenportal wird 3 Jahre alt.

„Bad Driburg im Blick“. Viele Menschen haben ein Hobby. Was für den einen die Eisenbahn ist, ist für den anderen das Sammeln von Karten oder Gegenständen.

Heute schauen wir aber nach Bad Driburg zu einer ganz speziellen Passion. Vor 3 Jahren, am 5. Februar 2017, wurde das Projekt „Bad Driburg im Blick“ ins Leben gerufen. Bürger aus Bad Driburg berichten über Aktivitäten aus der Großgemeinde. Angefangen hat alles mit einer Seite auf Facebook. Heute nach 3 Jahren hat das Medium nehezu 4500 Abonnenten und ist auf mehreren sozialen Medien, mit einer eigenen Homepage und einer App im Internet vertreten.

Aber was genau steckt eigentlich hinter dem Projekt „Bad Driburg im Blick“ und wie ist es zur Gründung gekommen? Dazu stellen wir heute ein paar Fragen an eines der Gründungsmitglieder und dem Herausgeber, Alexander Bieseke (51).

1. Alexander, wann und wie reifte in Dir der Entschluss, ein Projekt wie Bad Driburg im Blick auf die Beine zu stellen?

Der genaue Tag war der, als im Bürgerhaus in Neuenheerse 2016 die Thematik zur bereits beschlossenen Grundschulschließung noch einmal erörtert wurde.
Es wurde immer offensichtlicher, dass hier ein grundsätzliches Problem in der Informationsbereitschaft seitens Verwaltung und Politik bestand.

Das Grundgesetz regelt explizit das Recht auf freie Presse ohne Zensur und den dazugehörigen Zugang zu allgemeinen zugänglichen Quellen. Dieses wertvolle Grundrecht hat BDiB bisher zu nutzen gewusst. Dabei stieß man nicht immer nur auf offene Arme.

Auf der anderen Seite ist sich BDiB durchaus seiner Verantwortung bewusst und achtet penibel darauf, dass, Hass und Hetze, wie kürzlich unser Bundespräsident bei der Gedenkstunde des Bundestages für NS-Opfer betonte, sich nicht ausbreiten werde. Entsprechende Kommentare werden unsererseits konsequent gelöscht.

Dabei ist mir besonders wichtig, eine gepflegte Diskussionskultur gerade über Bad Driburger Belange zu fördern. Diese ist mittlerweile auf Facebook, der Webseite und innerhalb der App möglich. Wir freuen uns über jede Kommentierung unserer Beiträge. Achten wie gesagt auf die Einhaltung der „Netiquette!

2. Was waren Deine ersten Gedanken, als das Projekt an den Start gegangen ist?

Wenn du Tobias, mir nicht zu diesem Schritt geraten hättest, soziale Medien zu nutzen, um zum Beispiel schnell und sachlich auf Missstände hinzuweisen und gleichzeitig administrativ die Voraussetzungen dafür geschaffen hättest, wäre das Projekt erst garnicht entstanden. Meine Sorge war, wie kommt es bei den Bad Driburger Bürgern und den Institutionen an?

3. Wenn Du heute zurückblickst, wie zufrieden bist du mit der Entwicklung des Projektes „Bad Driburg im Blick“?

Die Frage gehört eigentlich an unsere Leser gerichtet. Die stetige Zunahme an Abonnenten aber auch der „Liker“ unterstützt da schon enorm. Wobei zu sagen ist, dass die Zahl der „Liker“ geringer, gegenüber die, der Abonnenten ist. Heißt im Umkehrschluss, dass es viele „heimliche“ Mitleser gibt. 😉
Aber auch über diese freue ich mich sehr.

4. Auf den Medien gibt es keine Werbung und Du betonst immer wieder, dass dieses Projekt nicht werbefinanziert betrieben wird. Kannst Du uns mehr dazu sagen.

Da wir derzeit gemeinsam ehrenamtlich unterwegs sind und so Bürger informieren, können wir uns diesen „Luxus“ erlauben und auf Werbeeinnahmen verzichten. Gleichzeitig behält BDiB seine völlige Unabhängigkeit. Ein Punkt, der mir bereits am Anfang der Gründung äußerst wichtig erschien.

5. Worauf bist Du im Rückblick besonders stolz, was waren die größten Erfolge? (Projekte)

BÜRGER INFORMIEREN BÜRGER

Besonders stolz bin ich auf jeden einzelnen Leser von BDiB. Jeder einzelne, der Gefallen an unserem gemeinsamen Projekt hat und Beiträge in welcher Form auch immer, ob durch Kurzvideo, Bilder, Recherchen oder auch Vereinsberichte, Betriebsereignisse oder Schulevents beisteuert, jedes bedeutet ein großartiges Projekt für die Sache: „Bürger informieren Bürger“. Auch die vielen Zuschriften von dankbaren Unternehmern, Vereinen und Lesern motivieren ungemein.

6. Was unterscheidet das Medium Bad Driburg im Blick von anderen?

Alexander Bieseke Bad Driburg im Blick

Alexander Bieseke

Zunächst sind wir ein reines internetbasiertes Medium. BDiB gibt es nicht in gedruckter Form. Das wäre auch finanziell nicht zu stemmen. Im übrigen auch für neue Medien, im Zuge der zunehmenden Digitalisierung, ein falsches Signal. Und natürlich das ehrenamtliche Engagement, die Passion, die uns antreibt unterscheidet uns.

Dabei ist mir ganz wichtig zu betonen, dass der Leser nicht den Eindruck gewinnen darf, dass wertvoller Journalismus, gerade auch der so immens wichtige Lokaljournalismus, grundsätzlich kostenlos zu haben ist. Verlage,Druckereien, Redakteure mit ihrem Einsatz zur Recherche, Ausrüstungen usw. sind kostenintensiv und daher kosten Zeitungen oder sogenannte „E-Papers“ völlig zu Recht Geld. Und um die Preise für die Leser im Rahmen zu halten, bedarf es stellenweise der Werbeeinnahmen.

7. Wie kann man bei Bad Driburg im Blick mitmachen? Also welche Voraussetzungen muss man mitbringen.

Spaß am Informieren! Von wo auch immer? Aus der Schule, vom Verein, aus der Fraktion, dem Stadtverband, der Firma, dem Krankenhaus, usw. Unbedingt auch von unseren zehn Ortschaften. Schließlich sind wir eine Stadt.
Heute besitzt fast jeder ein Smartphone. Was früher ein Telefon war, ist heute die „eierlegende Wollmilchsau“ . Ein Foto in mittlerweile immer besser werdender Qualität ist schnell gemacht. Ein Bericht dazu und per Internet an die Redaktion und schon ist ein Kurzbericht fertig.

Bei uns gibt es keine Mitgliedschaft oder feste Termine. Jeder darf – niemand muss! Einzige Bedingung ist: Bad Driburg mögen!

8. Wie sieht die Zukunft von „Bad Driburg im Blick aus“?

Wir derzeit acht Hobbyredakteure wollen natürlich nach vorne schauen und da gibt es schon die eine oder andere Idee, die aber noch nicht spruchreif ist. Mir persönlich ist es noch wichtiger geworden, das Presserecht, die freie Meinungsäußerung und das Informationsfreiheitsgesetz, welches den Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen gegenüber Behörden festlegt, auszuschöpfen, um zunehmend der Forderung nach Transparenz Nachdruck zu verleihen.
An dieser hat es zum Beispiel (leider) bei der damaligen endgültigen Schulstandortschließung, und da bin ich wieder am Anfang unseres Dialogs, im Nethedorf gefehlt.


Ich danke Dir für das kurze und ausführliche Interview und wünsche unserem Projekt weiterhin viel Erfolg und den Mitstreitern viel Spaß bei ihrem außergewöhnlichen Hobby.

Das Interview führte Tobias Kröger