„Demenz – Wir müssen reden!“

Telefonaktion zum Welt-Alzheimertag

Kreis Paderborn (krpb). „Demenz – Wir müssen reden“ lautet das Motto des diesjährigen Welt-Alzheimertages. „In wohl keinem Jahr passt dieses Motto so gut wie jetzt“, erklärt Margot Becker vom Sozialamt des Kreises Paderborn. In der Phase des Corona-bedingten Lockdowns mussten viele Hilfsangebote für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen, wie z.B. die Tagespflegen, geschlossen bleiben. Die Familien haben die Betreuung ihrer an Demenz erkrankten Angehörigen teilweise selbst organisieren und bewältigen müssen – ohne die Hilfe der Experten, die sonst mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für den diesjährigen Welt-Alzheimertag am 21. September hat die Arbeitsgruppe „Netzwerk Demenz“ der Kommunalen Konferenz „Alter und Pflege“ unter Vorsitz von Landrat Manfred Müller deshalb eine Telefonaktion initiiert. Von 14 bis 17 Uhr können sich betroffene Erkrankte, Angehörige und Interessierte telefonisch beraten lassen.

„Im Netzwerk Demenz sind Expertinnen und Experten der unterschiedlichen Träger und Angebote vertreten, sodass wir an dem Tag zu einer großen Bandbreite von Themen rund um Demenz Rede und Antwort stehen“, verspricht Becker. Für viele Betroffene ist die Finanzierung der Pflege ein großes Thema. Daher beraten zwei Experten zu den Leistungen der Pflegeversicherung beziehungsweise zum Entlastungsbetrag, der schon ab Pflegegrad 1 gezahlt wird. Umbaumaßnahmen können den Pflegealltag zu Hause erleichtern. Dazu gibt es am Welt-Alzheimertag ebenso eine telefonische Beratung wie zur psychiatrischen Behandlung von demenziell Erkrankten. Die Beratungsangebote richten sich u.a. auch an Familien. Sie leiden mit, müssen zusehen wie sich ihre Angehörigen zunehmend verändern und sind selbst durch Pflege und Betreuung stark belastet. Wie sie besser mit der Situation umgehen können, Unterstützung, Entlastung und ein offenes Ohr finden, ist Thema während der Telefonaktion. Zusätzlich soll die Telefonaktion dazu beitragen, dass durch mehr Wissen und Verständnis bestehende Unsicherheiten und Vorurteile gegenüber Demenzkranken abgebaut werden.

Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz, im Kreis Paderborn leiden ca. 4.500 Menschen, an einer Demenz, Tendenz steigend. Die Betroffenen zeigen auffälliges Verhalten, verlieren nach und nach ihr Gedächtnis und dadurch auch ihre gewohnten sozialen Bezüge und ihre Identität. Auch wenn gegenwärtig eine Heilung der Demenz nicht möglich ist, so kann durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung, fachkundige Pflege und vieles mehr den Erkrankten und ihren Angehörigen geholfen werden.

Folgende Expertinnen und Experten sind am Montag, 21. September von 14 bis 17 Uhr für Ratsuchende zu erreichen. Alle Informationen zu den Themen und Ansprechpartnern auch unter www.kreis-paderborn.de/pflegeportal

Leistungen und Finanzierung

Thema: Leistungen der Pflegeversicherung
Martina Dohmann vom Beratungszentrum Alter und Pflege des Kreises Paderborn
Telefon: 05251 308-5077

Thema: Entlastungsbetrag – 125 Euro schon ab Pflegegrad 1.
Kristin Rolke und Reinhard Fukerider vom Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz OWL
Telefon: 0521 921-6459 und -6457

Beratung, Behandlung und Pflege

Thema: Ambulante und stationäre psychiatrische Behandlung von Menschen mit demenzieller Erkrankung
Anke Blank, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie an der LWL Klinik Paderborn
Telefon: 05251 295-5542

Thema: Menschen mit Demenz zu Hause versorgen – Wie kann der Pflegealltag durch Umbaumaßnahmen und Hilfsmittel erleichtert werden?
Jens Brockschnieder, KIM Soziale Arbeit e.V. – Wohnberatung
Telefon: 05251 282718

Thema: Was tun, wenn Demenz in mein Leben/Lebensumfeld tritt?
Bernd Bielefeld, Sozialpsychiatrischer Dienst des Kreises Paderborn
Telefon: 05251 308-5377

Thema: Gestaltung des Umgangs mit dem veränderten Erleben und Verhalten von Menschen mit Demenz
Sabine Dziallas-Loick, Caritasverband Paderborn e.V.
Telefon: 05251 16195-7340

Thema: Wenn die Begleitung von Menschen mit Demenz zur Herausforderung wird. Individuelle Lösungsansätze in häuslichen und stationären Bereichen.
Moritz Giefers, St. Johannisstift Paderborn
Telefon: 05251 401 152

Selbsthilfe und Sport- / Bewegungsangebote

Thema: Selbsthilfe für Angehörige heißt: Über Sorgen sprechen, Kontakte knüpfen, Anregungen und Tipps bekommen, Verständnis finden.
Renate Linn, Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Paderborn
Telefon: 05251 39 02 201

Thema: Bewegung und Sport im Alter. Möglichkeiten im Verein und speziell im Rehasport für Menschen mit Demenz.
Maren Schwede und Pia Horenkamp, KreisSportBund Paderborn e.V.
Telefon: 05251 5455-915 und -911